Verein Symposion Lindabrunn
Laboratorien experimenteller
Kunst und Architektur
       
From Nothing to Something
Prozesskunst vs. Medienkunst

Vernissage :: Sa. 15. September 2018 :: 15 Uhr :: Symposinshaus, Gelände

GIS Orchester :: So. 16. September 2018 :: 15 Uhr :: Arena

Installationen, Videos, Performances, Gegenwartsevents, Ausstellung
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FROM NOTHING TO SOMETHING
Prozesskunst vs. Medienkunst

Der Arbeitsbereich Rausch-Computer-Kunst hatte für mich den Ursprung in der Medienkunst der 1980iger Jahre. Es ging damals in der Medienkunst um die ersten rekursiven Prozesse in der Kunst. Prozesse, die auf sich selber referenzierten, sich wiederholten und dabei veränderten. Dies interferierte mit Marshall Mc Luhans „The Medium is the Massage“ und „Goedel, Escher, Bach“ von Douglas Hofstadter.

30 Jahre nach diesen Utopien leben wir in einer Informationsgesellschaft, in der es bei den rekursiven Programmen nur mehr um Macht und Gewinnoptimierungen geht (Stichwort: High Frequency Trading). PolitikerInnen müssen tatenlos zusehen, wie mit globalen Regeln lokale und soziale Strukturen zerstört werden. Das Individium wird zum Spielball weltweiter Logarithmen.

Echtes Chaos und Zufall sind Quellen unseres freien Willens und des kreativen Handelns, bestimmen jedoch immer weniger unseren Alltag. Damit verändert sich auch das Potential zu kreativem Handeln. Mit dem Verschwinden des Zufalls wird dieser gleichzeitig kostbares Gut in der Kryptografie und der Informationstechnologie. Er ermöglicht uns indivduelle Handlungen im Netz.

In den Arbeitsthemen des Infolabs von 2018 geht es um das Potential und den Erhalt dieser Quellen. Es geht aber auch um das Verschwinden der Echtzeitmanipulationen, die man in den Kunstinstallationen der 80iger Jahren verwendete und die scheinbar durch das Internet abgelöst wurden. In der aufkommenden Informationsgesellschaft scheint das größte Problem für das Individuum die determinierte Weltordnung zu sein, die neue Gedanken und Utopien verhindert.

Eine Lösung bietet das Infolab der Stadtwerkstatt Linz (STWST) in Kooperation mit den experimentellen Labors des Vereins Symposion Lindabrunn (VSL). Im Sommer und Herbst 2018 werden KünstlerInnen, AktivistInnen und TheoretikerInnen nach Lindabrunn und Linz eingeladen, um sich dort mit diesen Themen und Utopien auseinanderzusetzen.

KünstlerInnen / Objekte, Installationen / Ausstellung:
Barbara Doser :: P17 – EIN MEDIENARCHÄLOGISCHES TRIPTYCHON, experimentelles Kunstvideo
Kurt Hofstetter :: RAUMZEIT KOMMUTATION, Komposition
Christina Gruber :: DONAURAUSCHEN, Installation
Claudia Heinze :: IST – WAR – IST GEWESEN,
Skulptur
Klaus Filip / Nicolaj Kirisits :: soundcloud - über das tempo von mikroräumen –
Laser Installation
Juergen Ropp :: künstlerische Forschung – IT Experimente
Karin Hofer
Udo Wid
Michael Aschauer :: künstlerische Forschung – IT Experimente
Roland Jankovski :: experimentelle Forschung
Winfried Ritsch :: Atomorer Zerfall von Americium -
Ein Echtzeitevent in Linz und Lindabrunn, Video
Franz Xaver :: RIP – Randomness in Past – Quantenrauschen,
Gegenwartsevent
GIS Orchestra (Go for Improvised Sounds) :: A Quantum of GIS,
Gegenwartsevent
Koordination: Tim Boykett :: Gigi Gratt :: Rainer Fehlinger


Quantenrauschen
Franz Xaver :: IT, Skulptur
Claudia Heinze :: Skulptur
Klaus Filip / Nicolaj Kirisits :: Laserinstallation